Informationen zu Normen und Standards für Sie

Allgemeines zu Normen und Standards

Fast alle Normen und Standards orientieren sich an der DIN EN ISO 9001 (QM, Qualitätsmanagement). Sie beschreibt die Erreichung von Zielen (hier "Qualitätsziele") mit Hilfe einer effektiven Betriebsorganisation (also das, was Sie bereits überwiegend umsetzen).

Sie können es sich (sehr vereinfacht) wie folgt vorstellen:
Ein Marathonläufer hat ein (Qualitäts-) Ziel (Marathon durchhalten oder unter 5 Stunden laufen oder Erster werden o.ä.) und benötigt dafür einen Plan (Handbuch), der in Details in Ablaufbeschreibungen mündet, mit welchen er u.a. den passenden Trainer aussucht, seine Ernährung plant, Trainingsarten und -intervalle strukturiert und zwischendurch testet. Verfehlt er sein Ziel, überprüft er, was falsch gelaufen ist, korrigiert es und setzt sich ggf. ein neues Ziel.

Inhaltlich befassen sich die Normen und Standards mit:
- Zuordnung von Verantwortlichkeiten (Organigramm, Aufgabenbeschreibungen usw.)
- Definition von Kundenwünschen und meßbaren Zielen
- Festlegen der Strukturen und Abläufe (deshalb Handbuch, Arbeitsmappen bzw. Verfahrensanweisung etc.)
- Grundlegendes zur Personalqualifikation, Beschaffung / Unterauftragnehmer, Angebote / Verträge
- Grundlegendes zur Entwicklung (sofern Produkte oder Dienstleistungen expliziet entwickelt werden)
- Grundlegendes zum Produkt bzw. zur Dienstleistung ( z.B. Transportdurchführung)
- Grundlegendes zu (Über-) Prüfungen / Zwischen-/ Endprüfungen / ggf. Messungen, Messgeräten o.ä.
- Grundlegendes zu Fehler-/Reklamationsmanagement, Auswertungen und Präventivmaßnahmen
- Grundlegendes zu Nachweisen, Unterlagen, Archivierung usw.

Sie sehen, es sind Anforderungen, die Sie bereits fast vollständig kennen und umsetzen. Ob Sie mt den
Normen ein bürokratisches Monster erschaffen oder ob Sie die Anforderungen maßgeschneidert defi-
nieren und umsetzen (z.B. mit einem auf Ihre Tätigkeiten abgestimmten Leitfaden), liegt bei Ihnen.

Der Umfang der Dokumentation des Qualitätsmanagementsystems kann von Organisation zu Organisation unterschiedlich sein auf Grund der Größe der Organisation und der Art ihrer Tätigkeiten, der Komplexität und Wechselwirkung der Prozesse und der Fähigkeit des Personals.

Alles zur: >Zertifizierung<.


Auf dem Weg zum Zertifikat

GMP-Standards für Futtermittel

Das GMP+ Feed Safety Assurance Schema (GMP+ FSA) ist ein System zur Sicherung der Futtermittelsicherheit in allen Gliedern der Tierfutterkette. GMP+ ist ein internationales und weltweit eingesetztes Regelwerk. GMP+ FSA existiert seit 1992 und unterlag von 1992 bis 2009 der Zuständigkeit des Marktverbands Tierfutter („Productschap Diervoeder/PDV") in Den Haag. Seit 2010 ist GMP+ International für das Schema zuständig.

Die GMP-Regelungen der niederländischen Futtermittelindustrie (GMP+ International) sind besonders in Deutschland verbreitet. Dies hängt zum einen mit dem Agrarland Deutschland, den vielen kleinen Transportunternehmen von Agrarerzeugnissen und zum anderen mit den engen Handelbeziehungen der beiden Länder zusammen.
Zudem sollen auch alle Lieferanten der gesamten Lieferkette eine Zertifizierung nachweisen, was die grosse Anzahl der verschiedenen GMP-Standards von der Herstellung (GMP+ B1) über Handel, Lagerung, Umschlag und Erfassung (GMP+B3) und verschiedenartige Transportträger (GMP+ B4 bis GMP+ B4.5) bis zu Laboruntersuchungen (GMP+ B 10) erklärt.

Um Mehrfachzertifizierungen mit anderen Zertifizierungssystemen zu vermeiden, erkennt GMP+ z.B. Zertifizierungen nach QS Deutschland, GTP usw. an (siehe Text unter: Transport Database für Produktreinigungen). Leider fehlen weitere Anerkennungen der Lebensmittelindustrie in Richtung GMP+ Futtermittel.

Die GMP-Standards orientieren sich an einer guten Betriebsorganisation (Basis ist die DIN EN ISO 9001), um Verunreinigungen der Futtermittel zu vermeiden und eine zügige und komplette Rückverfolgbarkeit aller Tätigkeiten über die gesamte Lieferkette zu gewährleisten.

Vor einigen Jahren wurden die Regelungen von GMP in GMP+ (GMPplus) umbenannt, um zu verdeutlichen, dass in den Standards die HACCP-Vorgaben eingearbeitet worden sind.

mehr: >GMP B3 Handel, Erfassung, Lagerung und Umschlag<
mehr: >GMP B4 Strassentransport<


GMP+ für Futtermittel

IFS International Featured Standard Logistic

Der Standard IFS Logistic ist einer von mehreren IFS-Standards und beschäftigt sich mit der Lagerung, dem Transport und Umschlag von Lebensmitteln. Grundlage ist wie bei den meisten anderen branchenspezifischen Systemen die Norm DIN EN ISO 9001.
Der IFS für Logistik deckt im Gegensatz zu den GMP+-Regelungen für Futtermittel die Anforderungen in der Kühlkette mit ab. Zudem gibt es weitreichendere Forderungen zum HACCP-Konzept (Gefährdungsanalyse und -bewertung der einzelnen Handlungsschritte in Bezug auf die Gefährdung der Lebensmittelsicherheit, vgl. auch >HACCP<).

Achtung: Mit der Ausgabe 2 des IFS Logistic deckt sich dieser Standard mit dem IFS Food (für die Herstellung von Lebensmitteln)! Das bedeutet, dass von einer völlig eigenständigen Einführung des Systems dringend abgeraten wird. Empfehlenswert ist mindestens ein Voraudit (Vorprüfung) und / oder eine Zertifizierungsbegleitung durch einen kompetenten Berater. Die allermeisten IFS-Auditoren der Zertifizierungsdienste verfügen eher über Kenntnisse der Lebensmittelproduktion als über Kompetenz im Logistikbereich!

Mehr Informationen: >IFS Logistic - International Food Standard Logistik<


IFS Logistic

QS Qualitätssicherung für Lebensmittel

Die QS Qualität und Sicherheit GmbH wurde in 2001 im Zuge der BSE-Krise gegründet. QS ist eine Initiative von folgenden Verbänden:
- Deutscher Raiffeisenverband e. V. (für die Futtermittelwirtschaft)
- Deutscher Bauernverband e. V. (für die Landwirtschaft)
- Verband der Fleischwirtschaft e. V. (für die Schlacht- und Zerlegebetriebe)
- Bundesverband der deutschen Fleischwarenindustrie e. V. (für die Verarbeitungsindustrie)
- Handelsvereinigung für Marktwirtschaft e. V., Köln

Das QS-Prüfzeichen steht für "QS-Ihr Prüfsystem für Lebensmittel". Die im QS-Symbol angedeuteten Stufen des Kreislaufs stehen für die stufenübergreifende Prozess- und Herkunftssicherung – vom Landwirt bis zur Ladentheke. Das heißt, alle an der Lebensmittelkette Beteiligten sind QS-Systempartner. Nur dann darf ein Produkt – ein Stück Fleisch, ein Apfel oder eine Kartoffel - das QS-Prüfzeichen tragen.

QS gliedert sich in
- die Systemkette Fleisch inkl. Tiertransport, Land- und l und Futtermittelwirtschaft,
- die Systemkette Obst, Gemüse, Kartoffeln (Handel, Großhandel und Erzeugung).

Im Futtermittelsektor werden folgende Tätigkeiten bei QS zertifiziert:
- Zusatzstoff-/Vormischungsherstellung
- Mischfutterherstellung
- Einzelfuttermittelherstellung
- Kleinsterzeuger (Einzelfuttermittelherstellung)
- Fahrbare Mahl- und Mischanlagen
- Handel (Futtermittel)
- Lagerung und Umschlag (Futtermittel)
- Straßenstransport (Futtermittel)
- Schienen-, Binnen-, Seeschifftransport

Der Standard orientiert sich vom Aufbau wie die anderen Futter- und Lebensmittelstandards (vg. IFS und GMP+) an der DIN EN ISO 9001 und erkennt GMP+-Zertifikate an. Umgekehrt erkennt GMP+ nur nach entsprechenden Auditintervallen QS an. Zur gegenseitigen Anerkennung der entsprechenden Standards bei GMP+: >https://www.gmpplus.org/compatibility< und bei QS: >http://www.q-s.de/gmp_und_qs_weiten_gegenseitige_Anerkennung_aus<

Beide greifen auf die IDTF-Datenbank für den Strassentransport mit entsprechenden Produkten und Reinigungsvorgaben zu: >http://www.icrt-idtf.com/de<

Der Link zum QS Futtermittelleitfaden: >http://www.q-s.de/futtermittelwirtschaft.html<


HACCP (Gefährdungsanalyse und -beurteilung)

HACCP-Anforderungen finden sich in europäschen und damit auch deutschen Verordnungen für Lebens- und Futtermittel und sind somit auch für deutsche Unternehmer umzusetzen. Die Kontrollen auf gesetzlicher Ebene erfolgen von den jeweiligen Ämtern der Bundesländer.
mehr: >HACCP Gefährdungsanalyse und -beurteilung<


HACCP Gefährdungsanalyse und -beurteilung

DIN EN ISO 9001 - Qualitätsmanagement (QM)

Die DIN EN ISO 9001 (Qualitätsmanagement / QM) ist die "Mutter" fast aller weiterer Normen und beschäftigt sich mit einer guten Betriebsorganisation, ausgerichtet auf ein qualitativ hochwertiges Ergebnis.

Wie Sie "Qualität" definieren, bleibt mehr oder weniger Ihnen überlassen. Die Norm ist anwendbar für A- wie Arzt bis Z- wie Zahnstocherproduktion. Daher kommt auch die hin und wieder gehörte Kritik an dieser Norm. Die Inhalte der ISO 9001 sind jedoch nicht so dehnbar und auslegefähig wie häufig vermutet, mehr: >DIN EN ISO 9001 Qualitätsmanagement<


DIN EN ISO 9001 Qualitätsmanagement

DIN EN ISO 14001 - Umweltmanagement (UM)

Die DIN EN ISO 14001 (Umweltmanagement (UM) wurde nach der ISO 9001 herausgegeben und orientiert sich überwiegend am Aufbau und den Inhalten dieser.

Allerdings sind Sie bei der Definition zu Umweltzielen deutlich eingeschränkter als zur Definition von Qualitätszielen. Dies beruht zum einen auf den anzuwendenden technischen Möglichkeiten und zum anderen auf der strikten Anlehnung an die geltenden gesetzlichen Vorgaben (BImschG, KrwAbfallG usw.) mehr: >DIN EN ISO 14001 Umweltmanagement<


DIN EN ISO 14001 Umweltmanagement

weitere Normen und Standards

Für Transportunternehmen, Speditionen und Logistikern gibt es noch einen ganzen Strauss an weiteren Normen und Standards, von den jedoch nur einige häufiger zertifiziert werden. Dazu zählen die SQAS-Regelungen der CEFIC (chem. Industrie) und der Entsorgungsfachbetrieb nach EfbVO.
Hierzu und weitere Standards unter: >weitere Normen und Standards<.

weiter zu: >Beratungsleistungen<



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